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Reisen und Ernährung: Urlaub, Autofahrt, Tierpension

Wie Sie die gesunde Ernährung Ihres Hundes unterwegs beibehalten? Praktische Tipps für Hunde im Auto, Flugzeug und in der Tierpension.

5 Min. LesezeitÜberprüft: 18. Nov. 2025

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Reisen und Ernährung: Urlaub, Autofahrt, Tierpension

Reisen sind für Hunde eine Stressquelle. Eine sorgfältige Ernährungsplanung hilft, Durchfall, Appetitlosigkeit und die Situation "krank nach der Heimkehr" zu vermeiden.

Die goldene Regel: Behalten Sie das gewohnte Futter bei!

Niemals das Futter vor oder während der Reise wechseln, Stress + neues Futter = garantierte Verdauungsprobleme.

  • Nehmen Sie das gewohnte Futter mit (portionieren Sie es vorher in Beutel).
  • Erwarten Sie nicht, dass es am Urlaubsort erhältlich ist.
  • Wenn Sie ins Ausland reisen: Prüfen Sie, ob das Futter im Zielland erhältlich ist.

Eine Woche vor der Reise

Gesundheitliche Vorbereitung:

  • Probiotika-Kur (1 Woche vorher beginnen).
  • Entwurmung aktuell.
  • Impfungen aktuell (Tierpension-Standards!).
  • Reisepass / Chip-ID überprüft.

Mentale Vorbereitung:

  • Kurze Probefahrten mit dem Auto.
  • Die Transportbox sollte bekannt sein.
  • Kein Bestrafungsort sein.

Autofahrt: Was soll der Hund fressen?

Morgens vor der Abfahrt:

  • Füttern Sie NICHT direkt vor der Abfahrt (Reisekrankheit, Erbrechen).
  • Morgens 2 Stunden vor der Abfahrt eine kleine Portion leichte Nahrung.
  • Oder: nur Wasser vor der Abfahrt, am Ende der Fahrt kann er normal fressen.

Unterwegs:

  • Alle 2-3 Stunden Pause (Wasser + Pinkeln + Dehnen).
  • Frisches Wasser in den Pausen (in Flaschen mitnehmen).
  • Geben Sie nicht zu viele Leckerlis im Auto, Magenverstimmung.

Nach der Ankunft:

  • Warten Sie, bis er sich beruhigt hat.
  • Beginnen Sie mit einer halben Portion leichter Nahrung.
  • Viel Wasser.

Flugreisen

  • Tierärztliche Genehmigung ist Voraussetzung.
  • Letzte Mahlzeit 4-6 Stunden vor dem Flug.
  • Viel Trinken vor dem Check-in.
  • Die Box sollte einen Wasserspender haben (nachfüllbar).

Achtung: Brachyzephale Rassen (Mops, Französische Bulldogge) dürfen bei vielen Fluggesellschaften NICHT fliegen, Hitzschlagrisiko.

Am Urlaubsort: die ersten 24 Stunden nach der Ankunft

Die neue Umgebung ist Stress. Viele Hunde:

  • Fressen in den ersten 1–2 Tagen weniger (20–40%).
  • Haben manchmal Durchfall oder Erbrechen.
  • Sind offener für neue Situationen, aber müder.

Was tun?

  • Halten Sie die gewohnten Fütterungszeiten ein.
  • Nehmen Sie den gewohnten Napf mit (vertrauter Geruch).
  • Ein ruhiger Ort zum Fressen.
  • Keine neuen Leckerlis.

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Wasseraufnahme während der Reise

Stress + Autofahrt + neues Klima = häufige Dehydration. Tun Sie alles für die Hydratation:

  • Eigener Napf (Flaschentränke, z.B. kleine tragbare).
  • Eigenes Wasser (beginnen Sie mit Wasser von zu Hause, mischen Sie allmählich neues hinzu).
  • Knochenbrühe-Eiswürfel als Snack.
  • Der Anteil an Nassfutter sollte 50% zum Trockenfutter betragen.

Tierpension und Tagesbetreuung

Wenn Sie Ihren Hund während des Urlaubs in eine Tierpension geben:

1. Bringen Sie das eigene Futter für 1 Woche mit

  • In Beutel portioniert, täglich.
  • Beschriften Sie: "morgens" / "abends".
  • Die Pension dosiert es nur.

2. Bringen Sie den eigenen Napf, die eigene Decke mit

  • Vertrauter Geruch = weniger Stress.

3. Fütterungsanleitung schriftlich

  • Wie viel pro Portion, 2x täglich.
  • Wann (morgens/abends).
  • Welche Leckerlis erlaubt sind.
  • Wogegen allergisch (falls zutreffend).

4. Gesundheitlicher Hintergrund

  • Liste der Allergien, Medikamente.
  • Tierärztliche Kontaktdaten.
  • Ihre Kontaktdaten.

Die Reisekrankheit (Kinetose)

Einige Hunde leiden unter Reisekrankheit:

Symptome: Speicheln, Übelkeit, Erbrechen, Unruhe.

Was tun?

  • Leerer Magen bei der Abfahrt (Mahlzeit 2 Stunden vorher).
  • Viel frische Luft (Fenster offen, Klimaanlage).
  • Häufige Pausen.
  • Maropitant (Cerenia), auf tierärztlichen Rat, speziell gegen Hundeerbrechen.
  • Ingwer in kleinen Mengen (ein halber Löffel gekochter Ingwertee morgens).
  • Natürliche Mittel: Lavendelöl in der Box.

Auslandsurlaub, spezielle Aspekte

Hitze:

  • Mittelmeerurlaub: Mittags nicht spazieren gehen, drinnen bleiben.
  • Bei hohen Temperaturen sinkt der Appetit, das ist normal, machen Sie sich 2-3 Tage lang keine Sorgen.
  • Kühlen Sie das Futter, Nassfutter verdirbt bei über 30 Grad schnell.

Strand:

  • Salzwasser trinken = Erbrechen, Durchfall.
  • Sand schlucken = Magenkrämpfe.
  • 1 Stunde Ruhe nach dem Fressen (Gefahr einer Magendrehung).

Berge:

  • Höhe (2000m+): Appetit nimmt leicht ab.
  • Mehr Wasseraufnahme ist erforderlich.
  • Wegen der Kälte können bis zu +10% Kalorien zusätzlich nötig sein.

Am Ende des Urlaubs: Heimkehr

  • In den ersten 24 Stunden: normales Futter, halbe Portion.
  • Viel Wasser.
  • Ruhe.
  • Bei Durchfall: Reis + Huhn für 2-3 Tage.

Die 5 häufigsten Fehler im Urlaub

1. "Hausmannskost lohnt sich auch hier": Die plötzliche Umstellung führt zu Verdauungsproblemen.

2. "Extra-Leckerlis im Reisestress": Magenverstimmung ist vorprogrammiert.

3. "Wir probieren ein neues Futter aus dem örtlichen Supermarkt": Niemals während der Reise!

4. "Wir lassen hier kein Wasser, damit er im Auto nicht erbricht": Dehydrationsgefahr.

5. "Wir haben die Probiotika vergessen": Durchfall nach der Heimkehr.

Worauf achten, Warnzeichen

🚨 Tierärztliche Untersuchung nach der Reise, wenn:

  • Durchfall nach 2+ Tagen.
  • Erbrechen länger als 1 Tag.
  • Appetitlosigkeit 3+ Tage.
  • Lethargie, Schwäche.
  • Blut im Urin / Kot.

Praktische Packliste

Fütterung:

  • Gewohntes Futter für 1+ Woche.
  • Eigener Napf (Futter + Wasser).
  • Wasserflasche.
  • Leckerlis (gewohnt!).
  • Knochenbrühe-Eiswürfel in einem Behälter.

Gesundheit:

  • Dauermedikamente (mehr als genug).
  • Probiotika.
  • Antiemetikum (nach Absprache mit dem Tierarzt).
  • Erste-Hilfe-Set (Verbandszeug, Desinfektionsmittel).
  • Tierärztliche Kontaktdaten.

Komfort:

  • Gewohnte Decke, Kissen.
  • Gewohntes Spielzeug.
  • Reisepass / Chip-ID.
  • Lange Leine, Leine.

Spezielle Diäten während der Reise

Diabetischer Hund: Feste Fütterungs- und Insulinzeiten sind obligatorisch. Bei Zeitverschiebung bitten Sie im Voraus um ein tierärztliches Protokoll.

Allergischer Hund: Ausschliesslich das eigene Futter. Nehmen Sie auch die eigenen Leckerlis mit.

Nierenkrank / Leberkrank: Spezielles Futter mitzunehmen ist obligatorisch, da es vor Ort nicht unbedingt erhältlich ist.

Dies sind allgemeine Informationen.

Quellen

  1. 1.WSAVA Global Nutrition Committee — WSAVA Global Nutrition Guidelines. World Small Animal Veterinary Association, 2021. https://wsava.org/global-guidelines/global-nutrition-guidelines/ (abgerufen: 2026-09-10)
  2. 2.National Research Council (US), Committee on Animal Nutrition — Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academies Press, Washington DC, 2006. https://doi.org/10.17226/10668 (abgerufen: 2026-09-10)
  3. 3.Hall EJ, Carter AJ, O'Neill DG — Incidence and risk factors for heat-related illness (heatstroke) in UK dogs under primary veterinary care in 2016. Scientific Reports 10:9128, 2020. https://doi.org/10.1038/s41598-020-66015-8 (abgerufen: 2026-09-10)

Dies sind allgemeine Informationen und ersetzen keine tierärztliche Diagnose.

Reka Fazekas-Birizdo

Dieser Ratgeber wurde auf Basis der fachlichen Expertise von Reka Fazekas-Birizdo Hundeernährungsberaterin, zusammengestellt.

Zertifizierte Hundeernährungsberaterin

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