Nährstoff ABC

Vitamine für Hunde: A, D, E, K, B-Komplex

Menge und Art der Vitamine sind entscheidend. Wir zeigen die Rolle fett- und wasserlöslicher Vitamine auf.

3 Min. LesezeitÜberprüft: 2. Juni 2026

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Vitamine für Hunde: A, D, E, K, B-Komplex

Vitamine werden in Mikromengen (mg, μg) benötigt, aber ihr Mangel oder ihre Überdosierung kann schwerwiegende Folgen haben.

Zwei Gruppen

Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K)

  • Werden in der Leber gespeichert
  • Überdosierung ist gefährlich
  • Werden besser mit fetthaltiger Nahrung aufgenommen

Wasserlösliche Vitamine (B-Komplex, C)

  • Werden nicht gespeichert (außer B12)
  • Werden täglich benötigt
  • Überdosierung ist selten problematisch (werden über die Nieren ausgeschieden)

Vitamin A (Retinol)

Funktion: Sehvermögen, Immunsystem, Zelldifferenzierung, Fellqualität

Quellen: Leber, Fischöl, Eigelb, Milch

Mangelerscheinungen: schlechtes Sehvermögen (besonders bei Dunkelheit), Hautprobleme, Immunschwäche

Überdosierung: Der Hund kann Vitamin A aus Beta-Carotin bilden (im Gegensatz zur Katze); eine Überdosierung entsteht durch fertiges Vitamin A (Leber, Lebertran, Ergänzungsmittel). Eine Überdosierung kann Knochenschmerzen, Parodontitis und Leberprobleme verursachen.

⚠️ Geben Sie niemals menschliches Vitamin A an Hunde, die Dosierung ist anders.

Vitamin D (Calciferol)

Funktion: Kalzium- und Phosphorhaushalt, Knochen, Immunsystem

Quellen: Fischöl, Leber, Eier. Die Haut des Hundes produziert kein Vitamin D aus UV-Licht (im Gegensatz zum Menschen), es muss ausschließlich über die Nahrung zugeführt werden.

Mangel: Rachitis (bei Welpen), Osteoporose, Muskelschwäche

Überdosierung: Gefährlich (Verkalkung, Nierenschäden), kann sogar tödlich sein. Vergiftungen sind häufig, wenn Hunde menschliches Vitamin D oder bestimmte Rodentizide (Rattengift) fressen.

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Vitamin E (Tocopherol)

Funktion: Antioxidans, Schutz der Zellmembranen, reproduktive Funktionen

Quellen: Pflanzenöle, Leber, Eigelb, Getreidekeime

Mangel: Muskelschwäche, neurologische Probleme (selten bei Hunden, die hochwertiges Futter erhalten)

Hinweis: Wird auch als natürliches Konservierungsmittel verwendet, viele Premium-Futtermittel nutzen E-Tocopherol.

Vitamin K

Funktion: Blutgerinnung

Quellen: grünes Blattgemüse, Leber. Die Darmbakterien des Hundes produzieren es ebenfalls.

Mangel: Selten, außer bei Antikoagulanzien-Vergiftung (Rattengift!).

B-Vitamine (B-Komplex)

VitaminFunktionMangelerscheinungen
B1 (Thiamin)Nervensystem, StoffwechselKrämpfe, Appetitlosigkeit
B2 (Riboflavin)EnergieproduktionHaut-, Augenprobleme
B3 (Niacin)Stoffwechsel"Pellagra": Haut, Nerven
B5 (Pantothensäure)StoffwechselWachstumsstörung
B6 (Pyridoxin)AminosäurestoffwechselAnämie
B7 (Biotin)Fell, KrallenHautentzündung
B9 (Folat)ZellteilungAnämie
B12 (Cobalamin)Nervensystem, rote BlutkörperchenAnämie, neurologische Probleme

B12 (Cobalamin): verdient besondere Aufmerksamkeit

  • Nur in tierischen Quellen enthalten
  • Bei IBD (Inflammatory Bowel Disease), EPI (Exokrine Pankreasinsuffizienz) kann es zu Resorptionsstörungen kommen
  • Injektionsersatz ist bei vielen Hunden mit chronischen Darmerkrankungen notwendig
  • Bei veganer/vegetarischer Hundeernährung ist eine Supplementierung obligatorisch

Vitamin C

Der Hund produziert Vitamin C selbst, daher ist es nicht essenziell. In bestimmten Fällen (Stress, Krankheit) kann eine Supplementierung jedoch nützlich sein.

Vitaminpräparate: Wann sind sie sinnvoll?

Im Allgemeinen nicht sinnvoll, wenn der Hund ein hochwertiges, "complete and balanced" Futter erhält. Ein Alleinfuttermittel enthält bereits alle Vitamine in ausreichender Menge.

Begründete Supplementierung:

  • Nachgewiesener Vitaminmangel (basierend auf Blutuntersuchung)
  • Spezielle Ernährungsformen (BARF, selbstgekochtes Futter), hier obligatorisch
  • Ältere Hunde (bestimmte Vitamine)
  • Chronische Krankheit, auf tierärztlichen Rat

Gefahren der Überdosierung

Die Denkweise "Vitamine = gut" ist gefährlich:

  • Vitamin A Überdosierung: Knochenschmerzen, Leberschäden
  • Vitamin D Überdosierung: Verkalkung, Nierenschäden (tödlich!)
  • B-Komplex Überdosierung: Im Allgemeinen gut verträglich, außer bei sehr hohen Dosen

⚠️ Geben Sie niemals menschliche Multivitamine an Hunde.

Diese Informationen dienen nur zu Informationszwecken.

Quellen

  1. 1.National Research Council (US), Committee on Animal Nutrition — Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academies Press, Washington DC, 2006. https://doi.org/10.17226/10668 (abgerufen: 2026-09-10)
  2. 2.FEDIAF (European Pet Food Industry Federation) — Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs. FEDIAF, 2024. https://europeanpetfood.org/self-regulation/nutritional-guidelines/ (abgerufen: 2026-09-10)
  3. 3.Association of American Feed Control Officials (AAFCO) — AAFCO Dog and Cat Food Nutrient Profiles. AAFCO Official Publication, 2024. https://www.aafco.org/consumers/understanding-pet-food/ (abgerufen: 2026-09-10)
  4. 4.Stockman J, Fascetti AJ, Kass PH, Larsen JA — Evaluation of recipes of home-prepared maintenance diets for dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association 242(11):1500–1505, 2013. https://doi.org/10.2460/javma.242.11.1500 (abgerufen: 2026-09-10)

Dies sind allgemeine Informationen und ersetzen keine tierärztliche Diagnose.

Reka Fazekas-Birizdo

Dieser Ratgeber wurde auf Basis der fachlichen Expertise von Reka Fazekas-Birizdo Hundeernährungsberaterin, zusammengestellt.

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